Volontär*innen / Diplomandenverträge

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Im Bereich Volontariat und Diplomandenverträge hat sich bisher nichts getan. Die Meinungen gehen immer noch auseinander. Auch gibt es dazu noch kein klärendes Gerichtsurteil.
Zu Volontär*innen und Student*innen, die im Rahmen ihres Diploms beim Arbeitgeber praktische Kenntnisse erwerben, haben selbst Fachanwälte für Arbeitsrecht unterschiedliche Meinungen.
Die einen sagen: das Volontariat und der Diplomandenvertrag sind praktikumsähnliche Verhältnisse, sie dienen also dem Erwerb berufsbezogener Kenntnisse und sind nicht mindestlohngebunden.

Die anderen vertreten die Meinung: Die Arbeit des/ der Volontär*in  und auch der Diplomandenvertrag gehen über ein Praktikum i.S.d. BBiG hinaus. Außerdem dauern sie länger als 3 Monate und sind damit schon mindestlohnpflichtig. Wichtig für die Betrachtung sei auch, ob der Erwerb von ausbildungsrelevanten Kenntnissen im Vordergrund steht, oder ob der/die Volontär*in regelmäßig betriebsübliche Arbeitsleistung erbringen muss. Ein Indiz für eine Ausbildung sind u.a. detaillierte Ausbildungspläne, Tarifverträge mit entsprechendem Inhalt, etc. Besteht der Verdacht, dass man eine vollwertige Arbeitskraft „Volontär*in“ genannt hat, müssten die Ansprüche gerichtlich geltend gemacht werden. Dabei geht es nicht nur um den Mindestlohn sondern auch um Kündigungsschutz, Urlaubsanspruch, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, etc.

! Nach wie vor besteht die Gefahr, dass Verlage/ Pressehäuser das Volontariat als Weiterbildung verkaufen um billige Arbeitskräfte zu bekommen. Bereits Anfang des Jahres 2015 haben sich mit dieser Vorgehensweise auch einige Museen negativ hervor getan.

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