Alle auf die Straße, rot ist der Mai!

Icon_300Traditionell werden am 1. Mai weltweit Arbeiter_innen auf die Straße gehen und an unserem internationalen Kampftag die Städte mit Leben füllen. Sie werden für reichlich Schlagzeilen sorgen, indem sie ihre Kämpfe in die Öffentlichkeit tragen und sich mit Arbeiter_innen über alle nationalen Beschränktheiten hinweg solidarisieren. Viele kämpfen um Verbesserungen oder gar Umsturz der Verhältnisse, viele um sich der Regime zu entledigen, derer sie unterworfen sind und die befreite Gesellschaft endlich herbeizuführen. Manche kämpfen gegen Neonazis und andere Faschisten, die versuchen diesen Tag der internationalen Arbeiter_innenklasse zu vereinnahmen. Auch wir gehen wieder auf die Straße und wir rufen euch auf, mit uns zusammen zu demonstrieren und euch der linksradikalen 1. Mai Demonstration in Neubrandenburg anzuschließen. Kommt mit uns in den antikapitalistischen Block!
In MV sind wir in der unglücklichen Lage, dass der NPD-Wanderzirkus uns unseren Tag immer wieder streitig machen will. So werden wir auch in diesem Jahr den Nazis hinterher jagen müssen. Natürlich werden wir, wie beinah jedes Jahr, uns an den Gegenaktivitäten zu dem Aufmarsch der Faschisten beteiligen. Wir werden wie immer Versuchen den kleingeistigen und gutbürgerlichen Hetzreden der faschistischen Abgeordneten unseren unbeugsamen Widerstand entgegenzustellen und dem einen oder anderen Hund den Tag gehörig und handfest zu vermiesen. Uns ist klar, dass wir uns als progressiver Teil der Arbeiter_innebewegung immer wieder gegen die faschistische Gefahr organisieren müssen und dennoch darf die antifaschistische Aktion am 1. Mai nicht alles sein. Trotz des rechten Aufmarsches werden wir es uns nicht nehmen lassen eigene antikapitalistische Inhalte am 1. Mai zu vermitteln und wir werden uns das auch zukünftig nicht mehr sparen. Diese Demonstration ist für uns ein erster Schritt hin zu einer neuen 1. Mai- Politik in MV. Daher bilden wir auf der antifaschistischen Demonstration in Neubrandenburg einen eigenen antikapitalistisch ausgerichteten Block.

The world is a smoking gun and it´s loaded!

Für uns ist der 1. Mai nicht einfach nur ein Ritual, für uns ist er ein Aktionstag, an dem wir als klassenbewusste Lohnabhängige, in Aufhebung der Dinge die uns angeblich trennen, gemeinsam ein Interesse als Klasse artikulieren. Damit ist der 1. Mai für uns mehr als bloße Folklore. Gründe für uns auf die Straße zu gehen gibt es genug. Noch immer fordert das Spardiktat der Troika den Menschen in Griechenland, Spanien, Portugal oder Italien alles ab. Noch immer wird an den EU-Außengrenzen staatlich legitimiert, vielfacher Mord an den Menschen begangen, die aus dem globalen Süden versuchen nach Europa zu gelangen, um ihren Anteil am gesellschaftlichen Reichtum endlich zu erhalten. Noch immer sterben jedes Jahr tausende Arbeiter_innen in aller Welt an schlechten Arbeitsbedingungen und bei Arbeitsunfällen. Immer mehr Menschen erkranken hierzulande psychisch durch Arbeit und Leistungsdruck. Noch immer lassen sich Menschen durch nationalistische Ideen und Kapitalinteressen gegeneinander aufwiegeln und stürzen sich in Kriege und werden in Krisen gezwungen, während sich die Herrschenden neue Elfenbeintürme bauen. Der organisierte kapitalistische Wahnsinn hält die Welt in Atem und die lohnabhängige Klasse in Ketten.

Wir kommen nicht um zu betteln und uns an die Besitzenden und Herrschenden anzubiedern, wie es die Gewerkschaften des DGB machen. Wir kommen nicht, weil Reformen daran etwas ändern könnten. Wir kommen, weil wir wissen das wir selbst kämpfen müssen, weil uns keine Parlamentarier_innen, egal welcher Couleur, vertreten könnten. Der Parlamentarismus kann keine Lösung bringen, denn wer sich wählen lässt muss die Grundordnung mit ihren Besitzverhältnissen und ihren bürgerlichen Gesetzen anerkennen, die das kapitalistische Wirtschaften unter staatlichen Schutz stellen. Wir gehen auf die Straße da wir ein Signal der Unversöhnlichkeit mit den Verhältnissen zum Ausdruck bringen wollen und um diesem System mindestens symbolisch den Kampf auf ein Neues anzusagen.

Gute Arbeit? Echter Hohn!

Dabei werden wir mit unserem antikapitalistischen Block auf der Demo den Schwerpunkt auf das Thema „Freizeit und Arbeitszeit“ legen. Denn während viele Arbeiter_innen, ja sogar sich als „links“ verstehende Lohnabhängige immer wieder der Illusion verfallen, dass es irgendwie angenehme und gute Arbeit oder gar einen fairen Lohn gebe, sind wir uns der Sachlage völlig bewusst. Wir gehen arbeiten um zu existieren, machen dabei meistens irgendeinen Kram der nichts mit unserem Leben zu tun hat, zu dem wir keine für uns persönlich sinnstiftende Verbindung haben und von dem wir völlig entfremdet feststellen, dass die Zeit bis zum ausstempeln scheinbar unendlich ist. Wo das Wochenende eben gerade hinter uns liegt oder es noch ewig dauert bis das nächste da ist. Wo der Urlaub unerreichbar in der Zukunft geplant ist oder gerade viel zu kurz war. Wo uns die 40, 50 oder auch 60, Stunden Wochen das Leben strukturieren und uns zu willenlosen Geschöpfen verkommen lassen, die nur noch arbeiten und reproduzieren in einer Endlosschleife und das alles für irgendwelche Besitzenden. Dabei ist es egal, ob wir für einen einzelnen Boss, Aktionär_innen oder den Staat schuften müssen. Sie schöpfen den Mehrwert von unserem Tun ab. Einen fairen Lohn, einen guten oder entspannten Job gibt es also nicht! Arbeitszeit wird noch viel unerträglicher, wenn man sich vor Augen führt, wie viel von unserer Produktivkraft verschwendet wird, durch ständige Überproduktion, 8 – 12 Stundentage, in denen durch stetig verdichtetere Arbeits – und Produktionabläufe und das Damoklesschwert Arbeitslosigkeit der Leistungsdruck erhöht wird. Völlig erschöpft von der Arbeitszeit müssen wir uns auch noch um Kultur kümmern, die uns sonst niemand schafft, wenn wir uns nicht der Kulturindustrie ausliefern und zu unmündigen Konsument_innen verkommen wollen. Wir müssen mit Mindestlöhnen und mageren Einkommen unser klägliches Dasein fristen und unsere Kinder durchbringen, ihre Entwicklung fördern, damit sie irgendwann das selbe kaum erträgliche und trostlose Leben führen dürfen, wie wir selbst. Wir müssen Nazis bekämpfen, weil es ja sonst niemand macht und ganz am Ende der „Freizeit“ steht dann die persönliche Entfaltung. Dabei hält die kapitalistische Verwaltung unseres Lebens uns so in Schach das wir kaum mehr agieren können, da wir viel zu sehr damit beschäftigt sind irgendwie unseren Alltag zu bewältigen. Damit muss Schluss sein!, Wir brauchen Alternativen, die es zu erkämpfen gilt. Technik und Fortschritt müssen endlich dafür genutzt werden uns Arbeitszeit zu ersparen statt sich gegenseitig nieder zu konkurrieren und Profite zu maximieren. Produktivkräfte müssen endlich voll ausgeschöpft werden, in dem alle Arbeitslosen in die Betriebe eingestellt werden, in denen die Lohnabhängigen überlastet sind, um die Arbeitszeit aller erträglicher zu gestalten. Die Produktivkräfte müssen endlich mit allen nur denkbaren Ressourcen stetig weiterentwickelt werden, damit die notwendige Arbeitszeit für Alle singt und wir mehr Zeit haben unsere Leben frei zu entfalten. Diese schöne Idee aber ist im Kapitalismus nicht umsetzbar. Der Kapitalismus braucht das Reserveheer der Arbeitslosen, um den permanenten Druck auf die Arbeitenden aufrecht zu erhalten und als „unproduktiv“ festgestellte Menschen zu ersetzen. Von vorn herein ist die stete Drohung der Austauschbarkeit Anlass für die Lohnabhängigen im Konkurrenzkampf gegen die Anderen zu bestehen und den Job besonders gut zu machen. In der Folge muten Lohnabhängige sich immer mehr zu, schieben Überstunden und verzichten auf Krankschreibungen. Die Angst vor dem Verlust des Lebensstandards und der „Abstieg“ in die gesellschaftlich heftig stigmatisierte Arbeitslosigkeit, lässt viele Werktätige jede Zumutung ertragen. Für Unternehmer_innen hingegen zählt eine möglichst hohe Produktivität bei möglichst geringem Einsatz an Kosten und darunter Fallen in dieser Rechnung eben auch die Produktivkräfte.

Ein Augenblick, ein Funkenschlag, tausend Jahre sind ein Tag!

Im Kapitalismus werden die Besitzenden einen Teufel tun und die Arbeitszeitverhältnisse zu unseren Gunsten verändern. Auch sie sind dem Kapitalismus unterworfen und können im Grunde gar nicht anders handeln als sie es tun. Denn auch sie sind dem steten Konkurrenzkampf unterworfen. Aber sie stecken sich eben auch einen großen Teil von dem von uns erwirtschafteten Mehrwert in die Tasche. Ein Ausweg aus dieser Misere ist daher in keiner Reform zu finden. Ein Ausweg ist nur im grundlegenden Umsturz der gegenwärtigen Verhältnisse erkennbar. Denn erst, wenn sich die Produktion nach den Bedürfnissen des Menschen richtet und nicht umgekehrt, wird der Mensch ein Mehr an Freizeit haben können, um sich selbst zu entwickeln und zu verwirklichen. Und diese Einrichtung kann niemals national beschränkt funktionieren, sondern muss global in Solidarität mit allen anderen Menschen weltweit stattfinden.
Darum schließt euch dem antikapitalistischen Block auf der 1. Mai Demonstration in Neubrandenburg an! Demonstrieren wir gemeinsam, laut und kraftvoll für das Ende des Kapitalismus. Bevor wir den Nazis versuchen ihren Tag zu vermiesen!

Nieder mit der Lohnarbeit!
Produktivkräfte endlich sinnvoll entfalten!
Runter mit der Arbeitszeit!
Kommunismus statt kapitalistischem Wahnsinn!

2 comments to Alle auf die Straße, rot ist der Mai!

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