Amazon ArbeiterInnen in Seattle und Deutschland wehren sich gegen ihren Boss

streik2_2Originaltext in Englisch von: John Wojcik

Titel „Amazon workers battle their bosses in Seattle and Germany“ on Dec. 16th, 2013

www.peoplesworld.org

Während hunderte von deutschen Amazon ArbeiterInnen im Streik waren, trafen sich deutsche Gewerkschafter zusammen mit 50 protestierenden U.S. amerikanischen Amazon ArbeiterInnen und ArbeiterführerInnen in der Hauptgeschäftsstelle in den USA. Dies zog die Aufmerksamkeit mehrerer Gewerkschaften an, die zehntausende Menschen im Bundesstaat Washington vertreten.

Der Streik in Bad Hersfeld, an dem sich rund 700 ArbeiterInnen beteiligten, und in Leipzig, bei dem rund 200 Leute ihre Arbeit niederlegten, zählt zur ersten Welle, die auf den Internet-Giganten zukommen wird.

Aus Deutschland war ver.di vertreten und ein Mitarbeiter aus dem Amazonlager. Die Protestierenden aus den Vereinigten Staaten gehörten den Gewerkschaften United Food and Commercial Workers Union, the Teamsters, the Communications Workers of America, the Service Employees International Union, Unite Here, the American Federation of State, County and Municipal Employees, and the Martin Luther King Jr. County Labor Council an.

Kathy Cummings, Kommunikationsdirektorin der AFL-CIO* für den Bundesstaat Washington, sagte: „Wir sind solidarisch mit den deutschen Amazon-MitarbeiterInnen.“  Kathy hilft mit den Protest in den USA zu organisieren. Weiter fordert sie, dass Amazon die Gewerkschaft(en) in Deutschland respektiert und auf deren Forderungen in einer akzeptablen Weise eingeht.

Bis jetzt hat die Anti-Gewerkschaftsausrichtung von Amazon dafür gesorgt, dass sich die U.S. LagerarbeiterInnen nicht organisieren können.

In Deutschland sind die MitarbeiterInnen aber entschlossen zu kämpfen.

Ver.di besteht auf einen Vertrag für alle Amazon-MitarbeiterInnen, der dem des Einzel- und Versandhandels ähnelt. Die Gewerkschaft sagt, dies ist nur fair, da die Amazon-MitarbeiterInnen nicht weniger als die in Deutschland im Einzelhandel Beschäftigten verdienen. Amazon besteht auf eine Klassifizierung seiner Angestellten als LogistikarbeiterInnen anstatt auf eine Klassifizierung als MitarbeiterInnen im Einzelhandel. Dies erlaubt dem Großkonzern niedrigere Löhne zu zahlen.

„Amazon-MitarbeiterInnen arbeiten für Dumpinglöhne unter hohem Druck, hohen Zielvorgaben, mit kurzen Zeitverträgen.“ sagte Stefanie Nutzenberger, Gewerkschaftsmitglied im Vorstand. Die Gewerkschaftsführer hatten beschlossen nach Seattle zu reisen um den Druck auf Amazon zu erhöhen. Bis jetzt hatte sich das Unternehmen geweigert mit ver.di zu verhandeln.

Der Vorsitzender von ver.di, Frank Bsirske, sagte: „Basierend auf der Unternehmenskultur – hart arbeiten, Spaß haben, Geschichte schreiben – muss man nun betonen: Es sind die MitarbeiterInnen von Amazon in Deutschland, die jetzt Geschichte schreiben, indem sie für ihre Forderungen auf die Straße gehen. Die Charakterisierung des Amazon-Unternehmens wird nicht allein den Managern überlassen – die ArbeiterInnen ergreifen nun die Initiative.

Bsirske sagte weiter, die gemeinsame Aktion von deutschen und amerikanischen Gewerkschaften war ein Zeichen der Zeit. „Der Akt der Solidarität der amerikanischen Gewerkschaften für die Streiks in Deutschland ist ein starkes Zeichen, dass die Zusammenarbeit unter den ArbeitnehmerInnen nicht durch nationale Grenzen und Kontinente begrenzt ist. Diese Proteste sind eine ermutigende Antwort auf die fragwürdigen Methoden von einem globalen Unternehmen wie Amazon.“

Es gibt immer wieder Berichte, dass der Druck auf die ArbeiterInnen in E-Commerce Unternehmen erhöht wird, damit sich die Gewinne weiter erhöhen. Zuletzt wurde gemeldet, Demonstranten hätten einen Bus blockiert, der MitarbeiterInnen in das Google-Unternehmen in das Silicon Valley bringen sollte.

Amazon hatte vor nicht allzu langer Zeit angekündigt die Paketzustellung über Drohnen kontrollieren zu wollen. Diese Ankündigung brachte allerdings nicht nur Witze und spöttische Kommentare in den Netzwerken ein, auch in TV-Comedy Shows und in Publikationen wurde das Vorhaben höhnisch bis kritisch behandelt.

David Streitfeld, amerik. Journalist, schrieb am 16. Dezember in der New York Times Ausgabe: „Für den Händler kann der Moment nicht früh genug kommen, an dem Maschinen die Pakete ausliefern. Menschen machen zu viel Mühe.“

Die Gewerkschaftsführer sagen, Amazon versuche den Eindruck zu vermitteln die Leute sollen froh darüber sein bei einem anspruchsvollen E-Commerce Unternehmen arbeiten zu dürfen.

„Sie wollen nicht, dass die Menschen erkennen, dass das Leben in einem Amazon Warenhaus hart ist. High-Tech hin oder her – unterm Strich ist die Leistung der MitarbeiterInnen harte, körperliche Arbeit.“ sagt Cummings. „Diese MitarbeiterInnen sind das Rückgrat von Amazon. Sie verdienen Respekt, und nicht einen Arbeitgeber, der sie in falsche Kategorien einordnet und sich dann weigert mit ihnen zu reden.“

Amazon zieht es weiter vor Beschäftigungsfragen direkt mit den Angestellten in den Betriebsstätten zu lösen anstatt mit einer Gewerkschaft.

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