Pflegemissstände? Offiziell nein, doch die Realität sieht anders aus!

Essenreichen, Spaziergänge, Tabletten austeilen, ein bisschen Hauswirtschaft.

So oder so ähnlich stellt sich mancheiner den Pflegealltag in deutschen Altenpflegeheimen vor, doch die Realität ist eine ganz andere.
Wirklich charakteristisch für das Arbeiten und Leben in deutschen Altenpflegeheimen sind Personalmangel, Zeitdruck, Vernachlässigung und mitunter sogar Nötigungen.

Ein guten Eindruck vermittelt der Fall Brigitte Heinisch

Frau Heinisch prangerte die Misstände an ihrem Arbeitsplatz an und versuchte ihre Kollegen/innen und die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren. Zuerst innerbetrieblich, später dann durch Öffentlichkeitsarbeit und eine Klage gegen ihren Arbeitgeber.

Der Arbeitgeber kündigte ihr darauf und bekam vom Arbeitsgericht Berlin Recht. Brigitte Heinisch ließ sich nicht entmutigen und zog mit gewerkschaftlicher Unterstüzung vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, mit Erfolg.

Es zeichnet sich im Pflegebereich immer deutlicher die Tendenz ab, dass auch in dieser Branche Arbeiter_innen und Bewohner_innen ausschließlich zum Wirtschaftsfaktor verkommen. Kritische Stimmen haben dort keinen Platz.
Uns bleibt zu hoffen, dass sich in Zukunft mehr Kolleg_innen wie Frau Heinisch dafür entscheiden den Mund aufzumachen und sich gewerkschaftlich zu organisieren.

Hier noch ein kurzer Viedobeitrag zu der Thematik:

 

 

 

 

Wer sich für Probleme des Pflegealltages interessiert, dem sei der Blog „Pflegelohnarbeit“ ans Herz gelegt, bei dem auch einige Wobblies mitschreiben.

Hier wird versucht kritischen Pflegekräften eine Plattform zu geben.

 

Zitat aus deren Selbstverständniss:

Wenn über Pflege im öffentlichen Raum gesprochen wird, geschieht das meist durch Verbandsfunktionäre, Berufspolitiker oder Angehörige – selten durch Pflegebedürftige selber. Im Zentrum stehen dann Fragen der Lebensqualität der betroffenen pflegebedürftigen – vorwiegend – älteren Menschen.
(Nebenbei: dabei schwankt dann natürlich die Berichterstattung und Wahrnehmung der Problematik zwischen Skandalisierung, Verharmlosung oder Schönfärberei.)

Kaum aber berichten Arbeitnehmer direkt über die Bedingungen ihrer Arbeit.

Wie sehen unsere Arbeitsbedingungen aus?
Darüber erfährt die Öffentlichkeit eben zum Einen kaum etwas konkret und wir verständigen uns untereinander darüber öffentlich nicht. Zwar gibt es natürlich eine ganze Reihe an Studien von Fachhochschulen, aber die sind in ihren Designs so abstrakt, dass unser Alltag und die sich daraus ergebenden konkreten Konfliktlagen nicht fassbar werden.

 

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