Maredo schmeckt uns nicht!

Am 18. Mai fand im Rahmen der Blockupy Aktionstage die Verleihung der „Goldenen Kamera, für die herausragende Bekämpfung der Rechte von Arbeiter_innen“ für den Geschäftsführer einer Filiale der Steakhaus-Kette Maredo in Frankfurt (a.M.) statt. Er bekam den Preis dafür, dass er es schaffte, eine ganze Belegschaft, die sich fast vollständig gewerkschaftlich in der NGG organisiert hatte, loszuwerden.
Der Geschäftsführer tauchte eher zufällig auf und wollte seinen hart verdienten Preis in seiner Bescheidenheit erst gar nicht annehmen, dabei hatte er doch alles unternommen, um sich die „Goldene Kamera“ zu verdienen. So wurden die Arbeiter_innen illegal durch Kameras und von Detektiven bespitzelt. Ziel war es, die gewerkschaftlich organisierten Angestellten unter Vorwänden zu kündigen. Als der gewünschte Erfolg jedoch ausblieb, dachte sich der Herr Boss etwas noch Besseres aus.
Eines Tages verwies er den Betriebsrat das Hauses, ließ die Tür verrammeln und inszenierte einen Stromausfall. In dieser gespenstischen Atmosphäre lies er den Arbeiter_innen erst die Handys abnehmen und dann begannen Einzelgespräche. Unter fingierten Vorwürfen wurden die Angestellten massiv unter Druck gesetzt und dazu genötigt selbst zu kündigen. Damals haben sofort 13, von insgesamt 32 Mitarbeiter_innen, der psychisch Gefolterten selbst gekündigt. Der Rest wurde aber später ebenfalls auf die Straße gesetzt. Mittlerweile haben die Opfer Strafanzeige wegen Nötigung und Freiheitsberaubung erstattet. Sichtlich überrascht nahm der Chef den Preis doch noch an und wurde von den 100 anwesenden Fans unter passenden „Ausbeuter! Ausbeuter!-Rufen“ frenetisch gefeiert und verabschiedet.

Maredo fällt immer wieder durch eine gewerkschaftsfeindliche Praxis, Hungerlöhne und miese Arbeitsbedingungen auf. Um so wichtiger ist es, dass wir alle mit solchen kreativen Aktionen, wie am 18. Mai in Frankfurt (a.M.), den Handlungsspielraum solcher neoliberalen Unternehmen einschränken und uns mit den Lohnabhängigen solidarisieren.

Lasst Maredo keine Ruhe!

Einen umfassenderen Artikel zu den Ereignissen vom 18. Mai und die vollständige Laudatio lassen sich auf Indymedia nachlesen.

Auch die IWW Ortsguppe Köln machte bereits am 17. März eine Soliaktion vor einer Maredo Filiale in Köln.

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